Kongobriefe 2025

    1. Notfall-Kongobrief August 2025 

    2. Kongobrief Juni 2025

    3. Kongobrief März 2025

    Notfall-Kongobrief August 2025

    Düsseldorf, 08. August 2025

    Liebe Freundinnen und Freunde unserer Überlebenshilfe für die Menschen im Kongo,

    Schon wieder ein „Notfall-Kongobrief“ aus Düsseldorf? Nach der Besetzung der Kivuprovinzen im Ostkongo im Januar und Februar 2025 hatten viele von Ihnen eine „Notfall-Email“ von mir bekommen, weil für unsere Partner plötzlich wieder Krieg vor der Türe stand, einige in den Busch fliehen mussten, Gehälter nicht ge­zahlt wurden usw. Danke Allen, die daraufhin solidarisch waren, sodass wir Notfall-Hilfen auszahlen konn­ten. In zwei weiteren Kongobriefen berichteten wir, die hier weiter unten nachgelesen werden können. 

    Doch noch nie haben wir bisher gewagt, einen Kongobrief mitten in den Ferien zu verschicken. Doch jetzt geht dies nicht anders. Wir müssen um Ihre Unterstützung bitten.

    Doch die guten Nachrichten zuerst: Dank Ihrer Spenden wurden im letzten Schuljahr wieder alle geplanten Schulgelder überwiesen und auch die neun Marafiki-wa-Mazingira-Gruppen (jugendliche Umweltschützer) bekamen ihren Zuschuß fürs Bäumepflanzen für Gemüsegärten und wir konnten sogar eine Fortbildung für die Gruppenleiter finanzieren.

    Leider häufen sich aber auch Notfälle – vor allem aufgrund der Schwierigkeiten durch die Besetzung oder (wie in Uvira) durch die Situation als Frontgebiet, wo sich Wazalendo-Rebellen im Stadtgebiet breit ma­chen, die offiziell auf seiten der Regierung kämpfen.

    Da ich die meisten Betroffenen von Notfällen persönlich kenne ist sehr schwer „nein“ zu sagen und jeman­den hängen zu lassen, denn: Entweder helfen wir beispielsweise Krankenhauskosten für eine schwer ver­letzte Person zu finanzieren oder diese Person muss sterben. Kongolesische Krankenhäuser sind sehr strikt: Wer nicht bezahlt wird nicht behandelt. Die meisten Menschen haben leider keinen Zugang zu einer Kran­kenversicherung.

    Medizinische Notfälle

    Manche Geschichten sind herzzerreißend. Furaha kümmert sich um fünfWaisen­kinder hat ein winziges

    Einkommen durch Kleinhandel und eines Abends wird sie zu Hause von Kriminellen überfallen, die Geld vor ihr fordern. Sie hat kein Geld, wird mit einer Machete traktiert und zwar an einem Bein so heftig, dass eine offe­ne Wunde bis zu den Knochen entstand. Nachbarn brachten sie ins Krankenhaus. Dieses forderte 1.020$ für die Behandlung. Wir legten dies vor. Die Kinder sind in unserem Schulgeldprogramm.

    Dann der Waisenjunge Justin: Beim Fußball­spielen verletzte er sich schon vor Monaten am Oberarm.

    Dies entzün­dete sich, sodaß schließlich eine offene Wunde entstand. Für die ärztli­che Behandlung fehlte das Geld, er lebt bei einer Tante. Die Wunde ver­schlimmerte sich immer mehr. Schließlich musste er doch ins Kranken­haus, doch dieses forderte auch 1.000$ für die Behandlung. Auch dies legten wir vor.

    Neophyte, einer unserer engsten Mitarbeiter, der normalerweise sich um die Waisenkinder kümmert, der zu den Leitern der Barfuß-Berufs­schule gehört, der Lorena-Öfen baut, Englisch-Kurse gibt und vieles mehr, wurde von Wazalendo-Rebellen überfallen, sie stahlen ihm seine gesamten Rücklagen von 200$ und schlugen ihn krankenhausreif. Er ist zusätzlich traumatisiert, seine (ambulante) Behandlung kostet auch über 1.000$. Bliebe er im Krankenhaus, dann wären die Kosten noch höher. Er war gerade dabei uns den Verwendungsnachweis für die Barfuß-Berufsschule zu schreiben.

    Destin ist der Schuster in Kamanyola, sehr fleißig, er produziert wunderschöne Schuhe, gelernt hat er dies als Waisenjunge bei Italienern. Heute hat er eine Familie mit drei Kindern. Im Frühjahr hatten die Rebellen seine Maschinen aus der Werkstatt gestohlen. Wir konnten ihm aus der Notfallhilfe einen Zuschuß für Er­satzmaschinen geben. Doch seit die Tutsi-Rebellen die Region eroberten ist da das Ende der Welt. Die Stra­ße nach Uvira ist geschlossen, der Durchgangsverkehr bleibt aus und damit auch Kunden für Destin. Der Vermieter der Werkstatt will trotzdem pünktlich seine Miete sehen. So benötigt er gelegentlich eine Sub­vention, zusätzlich, wenn ein Familienmitglied ins Krankenhaus muss, bei Malaria kommt dies immer wie­der vor. Auch bei ihm war ein Krankenhausaufenthalt nötig.

    Hintergründe der Besetzung der Kivuprovinzen

    Die Besetzer der Kivuprovinzen sind Tutsi-Rebellen („M23“), unterstützt von Ruandas Präsident Kagame. Der be­hauptet, vom Kongo her gefährdeten Hutu-Milizen auch heute noch Ruanda, die 1994 nach ihrem Massaker in den Kongo ge­flüchtet waren. Bisher hat niemand dar­auf hinge­wiesen, dass diese Begründung sehr vorgeschoben ist.

    Die Grenze Ruanda-Kongo verläuft folgendermaßen: Im Nor­den haben wir die Millionenstadt Goma, dann verläuft sie durch den östlichen Kivusee mit der kongolesischen Insel Id­jwij, wo ganz klar keine Hutus sind. Dann kommt die Millio­nenstadt Bukavu, wo auch keine Hutu-Milizen sind, dann hat der Ruzizi-Fluß Hunderte von Metern Gefälle hinunter in die Tanganjikaebene und bil­det die Grenze. (siehe Photo: rechts Kongo, links Ruanda) Dort sind Wasserkraftwerke, die das Gefälle ausnutzen. Sie versorgen Bukavu, Goma, Ruanda und Burun­di mit Elektrizität. Im Westen des Ruzizi ist im Kongo der undruchdringli­che Itombwe-Wald wo noch nie Hutu-Milizen waren. Unten in der Ebene beginnt die Grenze zu Burundi.

    All dies beweist, dass die wirklichen Interessen Ruandas nicht evtl. Gefahren von ihren restlichen Hutu-Mili­zen sind, sondern bei den Rohstoffe aus dem Ostkongo liegen, also vor allem Coltan, Gold und anderes. Viel davon wird schon bisher, meist illegal, über Ruanda ex­portiert, gefördert meist von verschiedenen Rebel­lengrup­pen. Und für die aktuellen amerikanischen „Friedens­verhandlungen“ zwischen Kongo und Ruanda stehen diese Rohstoffe im Mittelpunkt, am Ende wollen auch die USA davon profitieren und den Export via Ruanda legalisieren. (Bisher sind vor allem die Chinesen im Kongo beim Abbau von Rohstoffen lizensiert.)

    Die Tutsi-Rebellen, welche die Kivuprovinzen besetzten, spielen auf diesem Niveau zunächst keine Rolle, können also erst einmal ungestört weitermachen. Mit ihnen muss die kongolesische Regierung separat in Katar verhan­deln. Katar gibt sich dabei als Friedensstifter, doch vom dortigen „tiefen Staat“ wurden seit Jahren intensiv Islamisten unterstützt ( vgl. https://ww­w.nzz.ch/meinung/wer-ist-gefaehrlicher-fuer-den-westen-iran-oder-katar-ld.1895062 ) – und Islamisten sind auch im Norden Kongos aktiv. Vor wenigen Wochen haben sie bei­spielsweise in Komanda/Ituri eine katholische Kirche während einer heiligen Messe überfallen und über 40 Gläubige ermordet.

    SOS Kahuzi-Biega National­park

    Eine andere Katastrophe steht international noch in keiner Zeitung, auch „Google“ hat dies bisher nicht ent­deckt. Unsere Partner schreiben uns mit Entsetzen, dass jetzt der Kahuzie-Biega-Nationalpark (PNKB) abgeholzt wird, der mit seinen Flachlandgorillas UNESCO-Weltkulturer­be ist.

    Alphonse, unser Partner in der Region, ein Biologe, schrieb zuerst: „Die natürlichen Ressourcen des PNKB werden zer­stört… Es ist wirklich alarmierend… Die großen Bäume mit ei­nem Durchmesser von 1 bis 2 m werden mit Kettensägen abgeholzt für die Produktion von Holzkohle. Der Preis des Kohlensacks war bisher 80$, jetzt kostet der Sack 25$ und an einigen Stellen sogar 15$. So ist in­zwischen auf allen Märkten (in Bukavu) die Holzkohle aus diesen begehrten PNKB-Baumarten zu bekom­men.

    Wir haben lokale Organisationen gebeten einen Appell für die internationale Öffentlichkeit zu schreiben – aber da kam nichts. Die einzige Veröffentlichung findet sich bei Mongobay, einer internationalen Webseite zum Schutz der Regenwäl­der – und dort ist zu lesen, warum kein Appell kommt: „Aktivisten, die den illegalen Abbau anprangerten, wurden schikaniert, ange­griffen oder sogar getötet. Einige, wie Josue Aruna, mussten nach Morddrohungen untertauchen oder ins Exil gehen.“ Auf dieser Webseite sind Satellitenbilder zu sehen, welche die Abholzungen bereits dokumentieren. Die Tutsi-Rebellen, die die Kivuprovinzen er­obert haben, produzieren die Holzkohle zwar nicht direkt, profitie­ren aber von Steuern und Transportabgaben darauf. Von ihnen ist bis­her somit kein Schutz des PNKB zu erwarten.

    Unsere Not- und Überlebenshilfen

    Unsere Partner möchten gerne auf ihren Flächen am Rande des bisherigen PNKB so viele Bäume wie mög­lich pflanzen und in Baumschulen Setzlinge produzieren, um sie an die Bevölkerung zu verteilen. Der Holz­bedarf in der Region ist auch deshalb so groß, weil all die Jahre fast keine der vielen Hilfsorganisationen, die in dieser schönen Region aktiv waren, sich um die Einführung von verbesserten Öfen oder Solaröfen ge­kümmert hat. Haushaltsenergie war kein Thema und wenn, dann wurde dies sehr unprofessionell gehand­habt, sodass flächendeckend keine Verbesserungen entstanden. Unsere Partner sind seit über 15 Jahren nach wie vor mit der Verbreitung der Lorena-Lehmöfen befasst, zuletzt wurden diese in Kamanyola und in Uvira produziert, auch in Katana und Kavumu, aber bei Millionen von Haushalten ist das eher ein „Trop­fen auf den heißen Stein“.

    Und noch etwas ist dringend: Die Schulkreidefirma in Uvira müsste neues Kreide­pulver in Tansa­nia kaufen, um die Schulen weiterhin versorgen zu können. Wenn sie 120 Sack bestellen, ist der Sack viel billiger als wenn sie nur 40 oder 60 Sack bestellen. Doch dafür fehlen jetzt Investitionsmittel (3.000 Euro). Zoll- und Lagergebühren könnten sie selbst aufbringen. Wer kann einen Beitrag geben, um dies zu finanzieren? Irgendwie müssen wir das schaffen. Daran hängen Arbeitsstellen und Familien…

    Auch für die Krankenhauskosten, für das weitere Bäumepflanzen benötigen wir weitere Unterstützung und im September beginnen wieder die Schulen, die Schulgeld benötigen... Gerade jetzt, wo viele internationale Orga­nisationen ihre Mittel kürzen oder sogar streichen, ist unsere kleine aber gezielte Unterstützung eine wichtige Solidarität und Er­mutigung für die Menschen in dieser geschändeten Region. Bitte prüfen Sie, ob Ihnen heute eine No­fall-Gabe möglich ist.

    Ganz herzlichen Dank im voraus und herzliche Grüße aus Düsseldorf Ihr H.J.Rothenpieler

    Spendenkonto: MitAfrika e.V. IBAN: DE05 3702 0500 0020 0855 41

    BIC: BFSWDE33XXX (Sozialbank Köln) Verwendungszweck: Notfall-Überlebenshilfe Kongo

    Spendenbescheinigungen versenden wir im Januar 2026 bei Bedarf auch sofort. Falls wir Ihre Adresse noch nicht kennen, teilen Sie uns diese dafür bitte mit. Vielen Dank!

     

    Kongobrief Juni 2025

    Düsseldorf, 10. Juni 2025

    Liebe Freundinnen und Freunde unserer Überlebenshilfe für die Menschen im Kongo,

    Wir haben wieder jeden Grund allen ganz herzlich zu danken, die uns in den letzten Monaten nicht verges­sen und für die Nothilfe, das Schulgeld, für die Barfuß-Berufsschule und das Bäume pflanzen der Marafiki wa Mazingira im Ostkongo unterstützt haben.

    Was ist in den letzten Monaten geschehen? Der Ostkongo ist nach wie vor zum großen Teil von den M23-Tutsi-Rebellen besetzt, die von Ruanda unterstützt werden und vor allem an Coltan und anderen Rohstof­fen interessiert sind. Uvira gehört noch zur Kinshasa-Regierung. Diese hat in den letzten Monaten einige Oppositionelle vor Gericht gezogen. Immerhin setzte sich in diesen Tagen Präsident Tshisekedi mit dem Op­positionellen Martin Fayulu zusammen. Der frühere Präsident Kabila tauchte in Goma auf und wurde von Kinshasa sogleich als Landesverräter bezeichnet. Amerika ist an kongolesischen Rohstoffen interessiert (die jetzt teilweise über Kigali/Ruanda exportiert werden) und vermittelt „Friedensgespräche“ mit den beiden Regierungen, doch die M23 blieben erstmal außen vor. Die restlichen UNO-Blauhelme sind schon im vori­gen Jahr aus dem Südkivu von der Regierung verabschiedet worden und im Nordkivu sitzen sie jetzt in ihren Kasernen fest und warten auf ihre Evakuierung.

    Der Alltag für die Bevölkerung, der schon lange ein Überlebenskampf ist, hat sich im Osten weiter ver­schlimmert, auch deshalb, weil die Sicherheit von den Rebellen nicht gewährleistet wird: Bei deren Erobe­rungen wurden alle Gefängnistore geöffnet und Kriminelle machen jetzt die Region zusätzlich un­sicherer als je zuvor. Unsere Partnerorganisationen in Kavumu und Katana (zwischen Kivusee und Kahuzie-Biega-Natio­nalpark) berichten auch, dass der Park keine Wächter mehr hat. Viele Leute seien jetzt dabei mit Kettensä­gen den Nationalpark zunehmend zu zerstören, weil dies – im Gegensatz zu früher – ungestraft bleibt. Das wird auch aus dem Virunga-Nationalpark im Nordkivu berichtet. Dort hat­ten wir noch vor dem Rebellen­krieg um die Weihnachtszeit ein Seminar zur Herstellung der holzsparen­den Lorena-Öfen mit Flüchtlings­familien unterstützen können. In Kavumu und Katana konnten wir in den letzten Monaten leider nur mit bescheidenen Mitteln weitere Aufforstungen fördern am Rande des Kahuzi-National­parks.

    Dank einer Förderung der Münsterschen Kinderstiftung konnten wir im Mai endlich auch die diesjährigen Mittel für die Marafiki wa Ma­zingira von Kavumu, Businga, Luhwinja und Burhinyi nach Bukavu auf den Weg bringen, weil erst jetzt wieder das Bankensystem in Gang kam. So können die Jugendlichen jetzt in der Trockenzeit Baumschulen und Gemüsegärten anlegen. Wir konnten diesen Transfer aufstocken mit einer Summe für eine Fortbildung aller Gruppenleiter der MWM, die aus Sicherheitsgründen in Bukavu stattfand. Auf Wunsch der Gruppen wurden von Agronom Adolphe vor allem Themen des Umwelt- und Naturschut­zes so präsentiert, dass diese jetzt in der Arbeit mit den neun Gruppen weitergegeben werden können. Man hat diesmal auch wieder Elemente von Straßentheater eingeübt, mit denen die Themen an die Öffent­lichkeit gebracht werden sollen. Wir sind froh, dass wir wenigstens diesen jungen Leuten und den Kindern das Be­wußtsein für Naturschutz und eine nachhaltige Waldwirtschaft vermitteln können. Um die Gruppen in Mushenyi und Kaziba ebenfalls in diesem Jahr fördern zu können, bitten wir um weitere Spenden.

    Fortbildung der Marafiki wa Mazingira in Bukavu, Mai 2025

    Während der akuten Kriegssituation konnten wir vor allem in Kamanyola und Uvira zahlreichen Familien dank Ihrer Unterstützung Lebensmittelhilfen zukommen lassen, denen plötzlich das Einkommen weggebro­chen war und die sich teilweise vor den Rebellen verstecken mussten. Dies gelang via Airtel-Money. Die mobiltelefonischen Gelddienste funktionierten glücklicherweise im Gegensatz zu den Banken ohne Unter­brechung. Wir danken allen noch einmal ganz ganz herzlich, die uns dabei geholfen haben.

    Nachdem sich alles etwas beruhigt hat, kam in den letzten Wochen auch das Schulwesen wieder in Gang. Ungefähr zwei Monate lang waren die Schulen kriegsbedingt geschlossen. Wir sind dabei, unsere Schul­geld-Unterstützung wieder in Gang zu bringen. In Kamanyola ist dies schon gelungen, in Uvira erst mit zwei Mo­natsraten. Eine dritte (etwa 750$) fehlt noch. Hier bitten wir um weitere Unterstützung, damit wir allen Kindern, die ins Programm aufgenommen sind, bis zu den großen Ferien das Schulgeld finanzieren kön­nen.

    Ganz erfreulich entwickelt sich die Barfuß-Berufsschule in Uvira, die mit 10.000 Euro von der Schmitz-Stif­tung gefördert wird aus Mitteln des BMZ. Dazu kommt ein MitAfrika-Eigenanteil von 3.500 Euro. 110 junge Frauen und Mütter lernen jetzt Lesen und Schreiben (50 Frauen), Umgang mit Computern (10), ande­re be­legten Kurse für solares Trocknen und Haltbarmachen von Lebensmitteln, Bäumepflanzen, holzsparende Lorena-Lehmö­fen herzustellen und wie man ein Kleinunternehmen führt. Die Frauen sind mit Eifer bei der Sache.

    Kurse in der "Barfuß-Berufsschule", Mai 2025

    Wir hoffen, dies in einigen Monaten auch mit Schneiderei, Imkerei und einigen anderen Themen fortsetzen zu kön­nen. Organisiert wird dies von jungen, gut ausgebildeten Leuten, die ich schon seit vielen Jahren kenne, darunter der Ingenieur Ferdinand, der ein Spezialist für Kleintechnologien ist und dieses Wis­sen ger­ne weitergibt. Ferdinand hat sich z.B. sein Studium in Goma teilweise dadurch finanziert, dass er ein Cate­ring-Service für viele Büros von Hilfsorganisationen auf die Beine stellte mit einigen Freunden und die Büros jeden Tag mit einem warmen Mittagessen versorgte, gekocht auf verbesserten Öfen. Jetzt ist er in seinen Heimatort zurückge­kehrt und hilft den jungen Müttern sich eine Existenz aufzubauen und kann dabei aus seinen Erfah­rungen schöpfen.

    Kurse in der "Barfuß-Berufsschule", Mai 2025

    Ganz herzliche Grüße aus Düsseldorf und Dank für jede Unterstützung Ihr H.J. Rothenpieler

    MitAfrika-Spendenkonto bei der Sozialbank: DE05 3702 0500 0020 0855 41

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    Kongobrief März 2025

     

    Liebe Feundinnen,
     Freunde und Förderer unserer Überlebenshilfe für den Ostkongo!
    

     

    Ende Januar reiste ich über Bujumbura (Burundi) in den Ostkongo. 

    Das erstemal nach über 6 Jahren konnte ich diese lang geplante Reise unternehmen, um endlich wieder einmal viele Projektpart­ner wie­derzusehen, die dort leben. Und ich möchte gleich zu Beginn sagen: Ich bin sehr sehr froh, dass ich diese Reise unternehmen konnte. 

     

    Als ich in Bukavu ankam war Goma schon von der M23 besetzt, doch ich traf alles noch im „tiefen Frieden“ an. Ich war zunächst einige Tage in Uvi­ra, dann in Kamanyola und drei Nächte in Bu­kavu, anschließend nochmal zwei Nächte in Kamanyo­la. In Bukavu konnte ich mit allen früheren Partnern der Aufforstungsprojekte zusammenkommen, de­nen wir jetzt noch die Jugendgruppen der Marafiki wa Mazingira fördern. In Kamanyola traf ich mit den Lehrern der Primar- und Sekundarschule zusammen, von der wir viele Kinder mit Schulgeld unerstüt­zen. Zu Be­ginn, in Uvira, hatte ich Gelegen­heit mit einer ganzen Reihe von mir bekannten Freunden zu sprechen und dies wollte ich bei der Rück­reise mit weiteren drei Tagen dort noch vertiefen. Dazu ist das aller­dings leider nicht mehr gekommen. Als ich von Bukavu zurück in Kamanyola war und die M23 be­reits auf dem Marsch nach Bukavu, fürch­teten die Freunde, dass Burundi (wie früher öfters schon) die Gren­ze schlösse, sodaß ich meinen Rückflug nicht mehr bekäme. So sorgten sie dafür, dass ich mit ei­nem burundischen Auto in mehr als vierstündiger Fahrt nach Bujumbura evakuiert wurde. Am Grenz­übergang stauten sich schon weit über 100 Autos und über 1000 Personen in einer langen Schlange, die alle nach Bujumbura flüchten wollten, viele von ihnen aus Goma. Als „Musungu“ (Weißer) musste ich nicht in die Schlange, sondern an eine andere Stelle, wußte aber nicht wo und weil mich niemand kontrollierte, war ich plötzlich in Bu­rundi – ohne das Visum beantragt zu haben und wartete dort auf un­ser Auto, das auch erstaunlich schnell kam. 

     

    Die Freunde in Burundi waren dann ganz er­schrocken, dass ich an einem Freitag illegal nach Burundi eingereist war und sorgten dafür, dass ich Montagfrüh nochmal zur Grenze gelangen konnte (wo noch sehr viel mehr Flüchtlinge aus dem Kongo warteten) und wo ich dann mein Visum be­kam. Die restlichen Tage bis zum Rückflug verbrachte ich dann legal in Bu­rundi, glücklicherweise zusammen mit Neophyte und Markellos und hatte Gelegenheit bei diesem drit­ten Besuch in Burundi (seit 2012) sehr viel mehr als bisher von diesem interessanten Land mit sehr freundlichen und hilfsbereiten Bewoh­nern zu sehen.

     

    Doch auch im Kongo sind viele freundliche und hilfsbereite Menschen, vor allem bei unseren Partneror­ganisationen. Ich war wirklich froh, nach der langen Pause wegen der Pandemie und den LHL-Proble­men endlich wieder einmal persönlich mit vielen Partnern zusammensein zu können. 

     

    Von Bukavu aus wollte ich eigentlich gerne noch etwas weiter in den Norden nach Kavumu und Katana an den Rand des Kahuzie-Biega-Nationalparks fahren, aber die dortigen Partner warnten mich, weil sie schon mit den M23 rechneten, die ein paar Tage später dort auftauchten. Die Partner ka­men allerdings selbst nach Bukavu und berichteten über ihre Projekte. Insbesondere bepflanzen sie in­zwischen kahle Hänge am Rande des Kahuzie-Biega-Nationalparks die vorher extreme Erosion verursachten. 

     

    Die interessantesten Diskussio­nen hatten wir mit der ADMR, mit der ich schon in den 90er Jahren erste Projekte in Luhwinja reali­sieren konnte und später vor allem Aufforstungen. Sie – und einige andere Partner - bemühen sich mehr und mehr heimische Baumarten anzu­pflanzen, die allerdings etwas lang­samer wachsen als die exotischen (Pinus, Eukalyptus, Grevilea usw.) Insbesondere bemühen sie sich Polyscias fulva (als Eu­kalyptus-Ersatz) und andere einheimische Arten anzupflanzen. Wir sprachen darüber, dass die älteren Marafiki wa Mazingira wieder lernen soll­ten, das Saatgut der einheimischen Baumarten zu sammeln und an interessierte Organisationen zu verkaufen (denn die gängigen Sam­men, die gekauft werden können sind die von „exotischen“, also nicht einheimischen Baumarten. Die Vorarbeiten dazu sind schon 2020 gemacht worden, siehe hier und hier

     

    Auch über die sehr wichtigen Fortbildungen der MWM sprachen wir. Für dieses Jahr wurden wieder Kurse im Basiswissen (zum Umweltschutz) für die Gruppenleiter gewünscht und wir hoffen, dass wir dies im Laufe des Jah­res finanzieren können. Letztes Jahr war Buschbrandbekämpfung das Thema mit großem Erfolg in Businga und Ngoma, an der Straße von Kamanyola nach Nyangezi/Bukavu, wo unsere Partner jahre­lang mit der Bevölkerung gearbeitet hatten. 2024 war dort erstmals kein Buschbrand, der sehr schnell an den steilen Hängen Erosion verursachen kann. Die extrem schlechte Nationalstraße dort hat in Ser­pentinen über 1000 Meter Höhe zu bewältigen. 

     

    Die meisten Partner haben nun schon teilweise über 20 Jahre alte Wälder, die sie he­gen und pflegen und auch schon etwas holzwirtschaftlich nutzen. Besonders schön ist der Businga-Wald zurückgekom­men, ein Naturschutzgebiet. Die Bäume sind inzwischen meterhoch und fast alles einhei­mische Berg­wald-Tropenbäume. Die Bevölkerung sucht dort Pilze, sammelt Heilkräuter, Wild­früchte, kann schon auf die Jagd gehen und nutzt den Wald somit so gut dies geht. Auch fünf Feuer­wehrleute schützen das Ge­biet in der Trockenzeit und können dafür ab und zu einige Pinus abholzen und verkaufen. 

    Der Agronom Adolphe erläutert im Busingawald einige tropische Pflanzen

    ***

    Derzeit macht sich in der ganzen Welt Unsicherheit breit, weil manche Herren wieder das „Recht des Stärkeren“ ausprobieren. Im Kongo wurde dies von Ruanda ausge­nutzt und die Tutsi-Rebellen der M23 werden aus Kigali unterstützt, sodass sie die Provinzhaupt­städte Goma und Bukavu erobern konnten, sowie das kongolesi­sche Städtchen Kamanyola. Inzwischen befindet sich die M23 auf dem Weg nach Uvira. 

     

    Die kongolesische Armee ist weitgehend zusammengebrochen. Ihre Soldaten sind oft geflo­hen, stehlen und plündern, vergewaltigen und belästigen die Bevölkerung oder sitzen in Lagern in Goma fest. Einige Soldaten bekämpfen die Plünderer. Zu allem schlechten Überfluß wurden auch noch die Gefängnistore geöffnet, sodaß jetzt in den ge­nannten Großstädten Verbrecher und Mörder wie­der frei herum­laufen und zu­sätzliche Unsicherheit verbreiten. Das alles in einer Region, in der die Mehrheit der Bevölkerung ohne­hin in äußerster Armut und Not lebt. Seit den Zeiten des belgi­schen Kö­nigs Leopold II bis heute wird das kongolesische Volk geschändet, verletzt und geplündert. Die Gesellschaft ist durch und durch krank und bedarf der Heilung.

     

    In vieler Hinsicht hat sich im Kongo seit 2019 für die meisten Menschen nichts geändert. Ich hatte mehrfach den Eindruck, dass die staatllichen Institutionen mehr denn je völlig hohl, leer oder abgefault sind. Kleines Beispiel: Die ungefähr 100 km lange, von Mobutu ungefähr 1990 geteerte Straße von Uvira nach Kamanyola, die seit­her nie ausgebessert wurde und deswegen noch in einem sehr viel schlechteren Zustand ist als die Au­tobahnen nach Berlin vor 1989. Doch dies hindert die Polizei nicht daran, ungefähr alle 10 km eine Bar­riere zu errichten und „Wegegeld“ von den vielen Autofahrern zu fordern, eine Unsitte, die schon bei meinem ersten Besuch 2004 an dieser Straße so war. Damals kassierten Kindersoldaten ab, während jetzt die Polizei offenbar ihr Taschengeld aufbesserte. Generell haben viele im Staatsdienst die Unsitte für jeden Stempel Bargeld zu verlangen. Derzeit fordert das Justizministerium von allen gemeinnützi­gen Organisationen für 800$ den „Kauf“ eines Dokumentes, das sie „bei künftigen Kontrollen“ benötig­ten. So sind die Partner überall ziemlich geplagt, doch geben sie nicht auf, mit der lokalen Bevölkerung zu ar­beiten und das Überleben zu verbessern. 

    Die Nationalstrasse von Uvira/Kamanyola nach Bukavu über Ngomo/Businga. Drainagen oder Reparaturen finden nicht statt.

     

    In Ngomo, hoch oben über dem Ruzizital, hatten wir ein Tref­fen mit den Eltern der MWM und sie hatten alle nur einen einzigen Wunsch: sie würden gerne sehr viel mehr Bäume pflanzen!

    103 Kinder nehmen in Ngomo an der Marafiki-wa-Mazingira-Gruppe teil. Einige sind bei der Begrüßung des Musungus auf diesem Photo zu sehen.

     

    Leider sind wir fast die einzigen, die in Forstfragen mit der lokalen Bevölkerung zusammenarbeiten. Auch das BMZ (Entwicklungshilfeministerium) scheint – wie mir berichtet wurde – nach wie vor ein Forstprojekt im Kivu zu fördern, aber das Geld bekam angeblich eine deutsche Forstfirma, die nicht mit lokalen Organisationen zusammenarbeitet. Eigentlich wußte niemand, was sie wirklich tun.

     

    Wir haben an dieser Stelle schon öfters kritisch über die staatliche Entwicklungszusammenarbeit ge­schrieben und dass diese leider verkehrte Prioritäten setzt und bisher oft vor allem dort aktiv gewesen ist, wo zivilgesellschaftliche Organisationen mindestens genauso gut arbeiten könnten, während der staatliche Bereich in manchen Ländern des Südens sehr viel mehr Vermittlung von Kompetenzen benö­tigte. So ist oft die „Diagnose“ verkehrt und die „Therapie“ passt nicht für den Patienten Kongo.

     

    Und noch etwas schockierte in den letzten Wochen: Das BMZ war offenbar „Spitzenreiter“ bei der „Ope­ration Abendsonne“. 26 hochrangige Beamte beka­men bisher 7846 pro Monat und jetzt 8716 Euro. Der Berliner Tagesspiegel schreibt dazu: „Obwohl die Mittel zurückgehen, hat sich der Personal­stock um 15 Prozent vergrößert.“ Also 15% mehr für die ausufernde Bürokratie, die auch zivilgesell­schaftliche Gruppen bei ihren Fördermitteln negativ zu spüren bekommen.

    Aus den Projekten im Ostkongo 

    Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit einen Friedensappell von Organisationen der Zivilgesell­schaft im Ostkongo als Email an viele Freunde zu versenden und habe bei dieser Gelegenheit erstmals für viele über meine Kongoreise berichtet und um Spenden als Nothilfe geworben. Diese waren not­wendig geworden, weil mir gut bekannte Familien plötzlich von heute auf morgen durch die militäri­schen Ereignisse nicht mehr ihrem normalen Erwerb nachgehen konnten, in Kamanyola sogar in den Busch fliehen und deshalb Lebensmittelvorräte anlegen mussten. Glücklicherweise funktio­nieren die Mobiltelefondienste. Diese haben Gelddienste. Kleinere Geldbe­träge lassen sich problemlos überweisen. weil fast an jeder Ecke Telefoneinheiten ver­kauft werden, wo dann auch diese Geldbeträge ausgezahlt werden. Das war natürlich eine große Hilfe für inzwischen schon hungernde Familien. Möglicherweise müssen wir noch eine zeitlang solche Nothilfen leisten bis sich alles beruhigt hat und jeder seinem normalen Gelderwerb wieder nachgehen kann. Wir danken allen ganz herzlich, die einen Beitrag zu dieser Nothilfe kurzfristig überwiesen haben.

    Das  Schulgeld war bis einschließlich Februar schon teilweise im Dezember über­wiesen worden für alle rund 200 geförderten Kinder. In Kamanyola hatten wir eine Versammlung mit ungefähr 10 Lehrern der Grundschule und der Sekundarstufe I+II, einer Schule, bei der wir viele Kinder fördern und vor wenigen Jahren auch Schulmöbel, Fenster und Türen finanzieren konnten. Die Schule hat noch nicht ausreichend Einnahmen, weil nicht genug Kinder angemeldet sind, da für viele Eltern das Schulgeld zu hoch ist (5$ für die Grundschule und 7$ für die Sekundarstufen im Monat). Die Lehrer berichteten nun, dass die meisten Eltern ungefähr 2$ pro Kind aufbringen könnten. Wenn wir jetzt unser System für Ka­manyola etwas umstellen und jedes Kind mit 3 bzw. 5$ bezuschussten, könnten sie mehr Kinder aufnehmen. Dies ist eine relativ einfache Verbesserung und Lösung, die wir gerne auf den Weg bringen wollen. Für die Patenkinder in Kamanyola müssten wir noch prüfen, was besser ist: weiterhin vollständi­ge Übernahme des Schulgeldes oder ein Zuschuss zu den Schulmaterialien, den wir bisher nicht gege­ben haben. Die Lehrer bekommen übrigens ein kärgliches Monatsgehalt von 50$. 

    Kinder aus Kamanyola, die durch das Schulgeldprogramm von MitAfrika gefördert werden mit dem Musungu aus Deutschland

     

    Für die Waisenkinder in Uvira sind die Prüfungsgelder finanziert, die staatliche Stellen kassierten dafür 100$ pro Kind. Für 7 Waisenkinder stehen Prüfungen an. Die nächsten Schulgelder sind im März fällig.  Leider gestatten die derzeitigen militärischen Ereignisse in diesen Orten nicht den Schulbesuch. So sind die Schulen wieder geschlossen, wie zur Zeit der Pandemie. Wie hoffen sehr, dass der Spuk bald wieder vorbei ist.


    Die schon lange geplante „Barfuß-Berufsschule“ in Uvira steht kurz vor dem Beginn mit einem BMZ-Zuschuß von knapp 10.000 Euro. Dazu kommt ein benötigter Eigenanteil von rund 3.500 Euro. Damit sollen folgende Ausbildungen für junge Frauen und Mütter gefördert werden: 50 Frauen nehmen an  Alphabetisierungskursen teil. 10 Frauen lernen mit Computern und Internet umzugehen. 50 Frauen lernen Bäume pflanzen und nehmen an einer Kampagne zur Sensibilisierung für dieses Thema teil. Sie lernen holzsparende Lorena-Lehmöfen herzustellen. Alle 110 Frauen nehmen an Kursen zur Unternehmensgründung teil. 50 Frauen lernen Fische und Obst zu trocknen mit einem solaren Trockner und Fruchtsäfte herzustellen.  Das erste Projekt soll 4 Monate dauern und bei einem Erfolg hoffen wir ein oder zwei Nachfolgeprojekte finanziert zu bekommen, wo einige Kurse für weitere Frauen wiederholt werden und zusätzlich Schneiderei und Imkerei angeboten werden sollen. Wir hoffen, dass alles trotz der kriegerischen Ereignisse bald beginnen kann. Die Partnerorganisation hat eine lange Warteliste über die 110 Frauen hinaus, die an diesen ersten Fortbildungen akzeptiert werden können. 

     

    Wir hoffen natürlich auch die Marafiki wa Mazingira weiterhin unterstützen zu können. Dies sind 9 Gruppen in Ngomo, Nyangezi, Kavumu, Katana, Mushenyi, Kaziba (2 Gruppen) in Luhwinja und Burhinyi. Sobald dafür genügend Spenden und Fördermittel eingegangen sind, können diese Gruppen für die Weiterarbeit unterstützt werden (ca. 800 Euro pro Gruppe, teilweise etwas mehr). Außerdem würden wir, wie schon erwähnt, gerne eine weitere Fortbildung für die Gruppenleiter finanzieren. Kurz vor meiner Reise kamen eine Reihe von Projektberichten aus den Gruppen, die wir demnächst auf der MitAfrika-Webseite präsentieren werden. 

     

    Wir danken allen ganz ganz herzlich, die uns in den letzten Wochen schon unterstützt haben, die jetzt einen Beitrag für die Nothilfe geben und die hoffentlich dann auch dabei bleiben, wenn wieder ganz normal die geplanten Projekte realisiert werden können.
     Herzliche Grüße aus Düsseldorf
    von Heinz J. Rothenpieler

    Spendenkonto: 

    MitAfrika e.V.

    DE05 3702 0500 0020 0855 41