Barfuß-Berufsschule 2025

    Das erste Projekt der Barfuß-Berufschule 
    begann im April 2025 und sollte in einer ersten Phase 110 junge Frauen und Mütter fortbilden. Die Barfuß-Berufsschule wurde von der Düsseldorfer Schmitz-Stiftung aus Mitteln des BMZ (Entwicklungshilfeministerium) mit 10.000€ gefördert. Dazu kamen 3.624€ Eigenmittel aus Spenden von MitAfrika e.V.

     Kurzbeschreibung des Projekts

    Die Barfuß-Berufsschule hat in der ersten Phase vor allem junge Frauen und Mütter aus- und fortgebildet, damit sie ihren Haushalt kostengünstiger führen und zusätzlich über ein zu gründendes „Start-Up“ Einkommen erwirtschaften können. Für das erste Trimester waren 110 Teilnehmerinnen geplant . Vertraglich angemeldet waren 160 Teilnehmerinnen, davon haben 106 das ganze Semester über teilnehmen können.

    Diese Initiative trug den dringenden Bedürfnissen der Region Rechnung und bekämpft Arbeitslosigkeit, Analphabetismus, mangelnde Berufsqualifikationen sowie Energie- und Nahrungsmittelabhängigkeit. Durch praxisnahes, zugängliches und gemeindebasiertes Lernen förderte das Zentrum lokales Unternehmertum, die Erschließung verfügbarer Ressourcen und die nachhaltige Bewirtschaftung verbesserter Öfen.

    Viele junge Frauen im Kongo haben keine Schule besucht, sind also Analphabetinnen, weil Schulbesuch Geld kostet und wenn die Familien Schulgeld zahlen können, dann vor allem zunächst für die Brüder. Deswegen gehörte zu einem Teil der Ausbildung die Alphabetisierung von jungen Frauen. Ein weiterer Kurs befasste sich mit der Vermittlung solarer Techniken (Trocknen, Kochen, Saftherstellung). Außerdem befasste sich ein Kurs mit der Vermittlung von Kenntnissen zur Herstellung von holzsparenden Öfen (Lorena-Lehmöfen) und gleichzeitig der Schonung der Holzressourcen durch Kenntnisse für Baumschulen und später Aufforstung, verbunden mit einer Kampagne zur nachhaltigen Holznutzung. Alle Frauen in Uvira kochen mit Holz oder Holzkohle. Da der Kurs zu Beginn derTrockenzeit stattfand, sollten in diesem Trimester Baumschulen im Vordergrund stehen, doch die Partner haben darüberhinaus eine intensive Kampagne zum Umweltschutz und zur Buschbrandprävention mit den Teilnehmerinnen in benachbarten Dörfern organisiert, die dabei großes Engagement zeigten und das Gelernte gleich anwenden konnten.

    Einige Frauen mit etwas Vorbildung lernten die Nutzung von Computern. Zur Ausbildung der Frauen gehörten die Vermittlung von Kenntnissen in der Führung von Kleinunternehmen/ und der Vermarktung der Produkte (aus solarer Trocknung, Saftherstellung und der Lorena-Öfen). An diesen Kursen haben alle Teilnehmerinnen mitgewirkt. Ebenso an Kursen in denen ihnen die Voraussetzungen für die Gründung von „Start-Ups“ vermittelt wurden, von kleinen Unternehmen, durch welche sie ihre Produkte vermarkten können.

    Die Barfuß-Berufsschule Kijana Kazi (dies heißt übersetzt „arbeitende Jugendliche“) hat in einer ersten Phase vor allem junge Frauen und Mütter aus- und fortgebildet, damit sie ihren Haushalt kostengünstiger führen und zusätzlich über ein zu gründendes „Start-Up“ Einkommen erwirtschaften können. Insgesamt sind drei Trimester geplant. Das Projekt von 2025 ist für ein Trimester geplant. Für das zweite und dritte Trimester sind weitere Anträge vorgesehen, wenn die Maßnahmen des ersten Trimesters (und dann des zweiten Trimesters) zufriedenstellend durchgeführt und abgerechnet sind.

    Viele junge Frauen im Kongo haben keine Schule besucht, sind also Analphabetinnen, weil Schulbesuch Geld kostet und wenn die Familien Schulgeld zahlen können, dann vor allem zunächst für die Brüder. Deswegen gehört zu einem Teil der Ausbildung die Alphabetisierung von jungen Frauen.

    1. Alphabetisierung: Zwar nahmen nicht so viele Frauen teil wie geplant, weil sich offenbar einige Analphabetinnen schämten zuzugeben, dass sie nicht Lesen und Schreiben konnten. Aus diesem Grunde empfehlen die Partner die Kurse künftig dezentraler anzubie­ ten, im Freien, im Schatten eines Baumes usw. Insbesondere das Lesen scheint bei den ^ meisten Teilnehmerinnen gut zu gelingen.

    Ein weiterer Kurs befasst sich mit der Vermittlung solarer Techniken (Trocknen, Kochen, Saftherstellung).

    2. SOLARTROCKNUNG UND SAFTPRODUKTION:

    Die Techniken wurden den Teilnehmerinnen vermittelt, allerdings ist auch hier die Armut so groß, dass nur wenigen Investitionsmittel zur Verfügung stehen für die jeweilige Gruppe, die kooperieren möchte. Künftige Projekte werden dies berücksichtigen müssen. Nach Beendigung des Projektes steht der Solartrockner für alle zur Verfügung, die eine kleine Flächenmiete zahlen können für vier Stunden Trocknung.

    SOLARTROCKNUNG UND SAFTPRODUKTION

    Dieses Solartrocknungsprogramm wurde eingeführt, weil die tropische Bevölkerung traditionell wenig über die Konservierung von Lebensmitteln wusste. Diese Techniken wurden auf der Nordhalbkugel für die Wintererntezeit entwickelt. Insbesondere in Regenwaldgebieten können Pflanzung und Ernte das ganze Jahr über erfolgen. Obwohl in der Region um Uvira kein Regenwald mehr ist und sowohl Trocken- als auch Regenzeiten erlebt werden, sind Orangen, Avocados, Mangos, Bananen, Auberginen und andere Früchte bei der Ernte zwar im Überfluss verfügbar, verderben aber bereits nach wenigen Tagen, wenn sie nicht schnell verkauft oder verzehrt werden. Dadurch lassen sich beim Verkauf der Früchte keine wirklich kostendeckenden Preise erzielen. Dasselbe gilt für die erfolgreichen Fänge der Fischer im See. Deshalb ist Haltbarmachung vor allem durch Trocknung ein wichtiges Thema, sodaß dies auch außerhalb der Saison verkauft werden kann.
    Die Frauen lernten außerdem, Fruchtsäfte herzustellen und Konservierungstechniken anzuwenden, die es ihnen ermöglichen, diese Früchte oder deren Produkte sowie getrockneten Fisch zu verkaufen, auch wenn sie nicht sofort geerntet oder in großen Mengen gefangen werden. Dank der Verkäufe außerhalb der Saison können sich die Preise auf einem etwas höheren Niveau stabilisieren und so ein regelmäßiges Einkommen generieren.

     

    Außerdem befasst sich ein Kurs mit der Vermittlung von Kenntnissen zur Herstellung von holzsparenden Öfen (Lorena-Lehmöfen) und gleichzeitig der Schonung der Holzressourcen durch Kenntnisse für Baumschulen und später Aufforstung verbunden mit einer Kampagne zur nachhaltigen Holznutzung. Alle Frauen in Uvira kochen mit Holz oder Holzkohle. Da der Kurs zu Beginn der Trockenzeit stattfindet, stehen in diesem Trimester Baumschulen im Vordergrund, gegebenenfalls im nächsten Trimester Aufforstungen, da Auspflanzungen in der Regenzeit stattfinden müssen.

    3. LORENA-SCHULUNG FÜR VERBESSERTE ÖFEN UND WALDMANAGEMENT:

    Dieser Projektbereich hat mit Abstand die größten Erfolge zu verzeichnen, weil die Frauen bei den Exkursionen in benachbarte Dörfer in ihrem Element waren und mit der dortigen Bevölkerung lebhaft die nötigen Fragen diskutieren konnten und Beispiele lernen und vermitteln konnten. Die holzsparenden Lehmöfen helfen außerdem jeder Hausfrau erhebliche Mengen an Holz oder Holzkohle zum Kochen einzusparen, sodaß alle, die jetzt wissen, wie sie hergestellt werden als Multiplikatoren wirken können.

    LORENA-SCHULUNG FÜR VERBESSERTE ÖFEN UND WALDMANAGEMENT

    Hier schulten wir 32 Frauen in Waldbewirtschaftung und der Nützlichkeit des Lorena-Lehmofens als verbessertem Ofen zur Reduzierung des Brennholzverbrauchs.
    Im Rahmen der Schulung zum Umweltbewusstsein und zur Herstellung verbesserter Öfen führte unser Zentrum eine Feldkampagne mit Teilnehmerinnen in mehreren Dörfern rund um die Stadt Uvira durch. Ziel dieser Initiative war es, die Kapazitäten der Gemeinden im Kampf gegen Buschbrände, unkontrollierte Abholzung und die fortschreitende Zerstörung unserer lokalen Umwelt zu stärken.
    Im Rahmen dieser Kampagne wurden insgesamt sechs Dörfer besucht: Shambere, Nyarumanga, Mulongwe, Kanyamirimba, Kalungwe und Kalamabenge. Diese Orte gelten als besonders anfällig für saisonale Buschbrände, übermäßigen Holzeinschlag und den Verlust der biologischen Vielfalt.

    Spezifische Kampagnenziele
    1. Aufklärung der Gemeinden über die Gefahren von Buschbränden.
    2. Förderung der Baumpflanzkultur und der natürlichen Regeneration.
    3. Frauen als Akteure des ökologischen Wandels mobilisieren.
    4. Nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken fördern.
    5. Gemeindedialog zum Thema Umweltschutz schaffen.

    Kampagnenumsetzung
    Die geschulten Frauen führten in Begleitung des technischen Teams Feldbesuche in jedem Dorf durch. Sie leiteten Sensibilisierungsveranstaltungen durch:
    - Gemeindediskussionen,
    - Lehrreiche Skizzen,
    - Umweltlieder und -slogans,
    - Demonstrationen guter Wiederaufforstungspraktiken.

    Die Beteiligung der Bevölkerung in jedem Dorf war beeindruckend. Die Bewohner, sowohl Männer als auch Frauen, zeigten echtes Interesse daran, sich für den Schutz ihrer unmittelbaren Umwelt einzusetzen. Mehrere Personen erzählten ergreifende Berichte über die Folgen der Buschbrände: Verlust von Feldern, Zerstörung von Häusern und sogar Verletzungen von Menschen.



    Die Rolle der 32 geschulten Frauen auf dem Land
    Die geschulten Frauen zeigten extremes Engagement. Ihre Botschaft war klar und deutlich: „Nein zu Buschbränden! Ja zum Leben, ja zu Bäumen!“ Sie bewiesen Mut und Entschlossenheit und sprachen manchmal vor Gruppen von Männern in Umgebungen, die normalerweise den traditionellen Autoritäten vorbehalten waren. Ihre Stimmen wirkten. Einige Frauen übernahmen die Verantwortung für die Gründung von Umweltclubs in den Gemeinden, um die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen vor Ort zu überwachen. Andere begannen mit der Einrichtung von Gemeinschaftsgärtnereien, um die Dorfbewohner mit Setzlingen zu versorgen.

    Erkennbare Ergebnisse:
    - Sichtbares Bewusstsein in den Gemeinden.
    - Öffentliches Bekenntnis mehrerer Dorfvorsteher zum Verbot von Buschbränden.
    - Gründung lokaler Wiederaufforstungsgruppen.
    - Einbindung junger Menschen in den Kampf gegen Umweltzerstörung.
    - Verbreitung einer Kultur ökologischer Verantwortung.


    Diese Kampagne hat erneut gezeigt, dass Frauen wichtige Säulen des sozialen und ökologischen Wandels sind. Durch Schulung und Unterstützung werden sie zu Botschafterinnen des Wandels in ihren Gemeinden. Die Wirkung dieser Aktivität beschränkt sich nicht auf diese sechs Dörfer; sie eröffnet den Weg zu einem kollektiven Bewusstsein, das den ökologischen Herausforderungen unserer Region begegnen kann.

    Einige Frauen mit etwas Vorbildung lernen die Nutzung von Computern.

    4. Computerschulung

    Hier war nicht mangelndes Interesse der Frauen der Grund für die verhältnismäßig geringe Teilnehmerzahl von sieben, sondern mangelnde Kompetenzen für diesen Bereich, indem nur wenige Frauen mit ausreichender Bildung sich anmeldeten. So wurden auch einige männliche Teilnehmer akzeptiert. Jugendliche sind natürlich sehr interessiert an der Computerwelt. Drei Teilnehmer brachten ihre eigenen Laptops mit.

    Zur Ausbildung der Frauen gehören die Vermittlung von Kenntnissen in der Führung von Kleinunternehmen/Kleinbusiness und der Vermarktung der Produkte (aus solarer Trocknung, Saftherstellung, aus den Baumschulen und der Lorena-Öfen).

    5. Unternehmertum und -führung:

    Hier nahmen alle Teilnehmerinnen teil, doch nicht alle konnten Unternehmungen gründen. Am einfachsten gelang dies mit Gruppen die ähnlich wie eine Genossenschaft funktionierten. Allerdings fehlte vielen das nötige Kapital, um dauerhaft ein Geschäft eröffnen zu können, da die Armut sehr groß ist. Deshalb werden wir prüfen müssen, ob ein Mikrokredit-System dem nächsten Projekt hinzugefügt werden kann.

    Im Einzelnen: 

    UNTERNEHMERTUM UND FÜHRUNG

    Das Training zu Unternehmertum und Führung wurde von einer früheren Kursteilnehmerin unseres Zentrums, Kijana Kazi, durchgeführt, die sich durch hervorragende Leistungen und ein eigenes Ananassaft-Unternehmen auszeichnete. Das Training dauerte drei Monate, und 106 Personen nahmen daran teil. Sie konnten anschließend ihr eigenes kleines Unternehmen (« Start-ups ») gründen. Nicht alle Teilnehmerinnen gründeten ein eigenes Unternehmen, viele jedoch in Gruppen zu fünfzehn.

    So wurden mindestens acht Gruppenunternehmen gegründet.

    Auftretende Hindernisse:
    - Mangelndes Startkapital bei den Begünstigten.
    - Schwierigkeiten bei der Anwendung von Managementkonzepten ohne enge Begleitung.
    - Geringes Selbstvertrauen einiger Frauen bei der Unternehmensgründung.
    - Der lokale Markt ist in bestimmten Sektoren bereits gesättigt.

    Empfehlungen:
    - Einrichtung eines revolvierenden Fonds oder eines solidarischen Mikrokreditsystems.
    - Individuelles Mentoring für jede neue Initiative anbieten.
    - Austauschbesuche zwischen Unternehmerinnen aus anderen Regionen organisieren.
    - Ermutigung der Frauen, um Innovationen zu entwickeln oder Genossenschaften zu gründen, um Risiken zu verringern.

     

    Im Kongo ist üblich und notwendig, dass bei allen „offiziellen“ Aktivitäten die lokalen staatlichen und traditionellen Autoritäten mit einbezogen werden. Dies war in diesem Bereich insbesondere bei den Exkursionen, die auch eine Kampagne gegen Buschfeuer beinhaltete, sehr erfolgreich, sodaß die Unterstützung dieser lokalen Führer für alle Vorhaben gesichert werden konnte.

               

    Nachhaltigkeit

    Den größten Erfolg auf diesem Gebiet hatten sicherlich die Exkursionen in die benachbarten Dörfer. Dies kann bei künftigen Schulungen noch vertieft werden.

    Die Alphabetisierung hat zumindest das Lesen bei allen Teilnehmerinnen möglich gemacht, auch wenn vermutlich noch ein oder zwei vertiefende Kurse nötig sind, um das Gelernte einzuüben.

    Ziel der Lorena-Lehmöfen-Produktion war, dass die Teilnehmerinnen diesen selbst herstellen können und damit auch etwas Geld verdienen. Auch dies bedarf in Zukunft noch etwas Betreuung. Generell ist dieser Lorena-Ofen für die meisten Frauen in Uvira, die entweder immer noch mit dem Drei-Steine-Ofen oder mit einem Holzkohle-Ofen kochen, der keine Energieeinsparung kennt, ein großer Fortschritt. Dadurch können von den Familien erhebliche Geldmittel eingespart werden, da Brennholz oder Holzkohle für viele Geld zugekauft werden muß und nicht alle Möglichkeiten haben, ihr Brennholz in der Nachbarschaft zu finden.

    Auch das Unternehmertum durch die Gründung von kleinen Genossenschaften wird nur nachhaltig sein können, wenn weitere Fördermaßnahmen, vor allem hinsichtlich Mikrokredit-System den sehr armen Frauen zur Verfügung stehen, sodaß dies eingeplant werden muss. Einzelne Frauen schaffen aber schon jetzt ein „Kleinbusiness“ zu beginnen.

    Die Nachhaltigkeit wird durch künftige Anschlußprojekte verstärkt. Mindestens zwei jeweils viermonatige Kurse sind noch geplant.

    Der solare Trockner steht gegen eine kleine Gebühr allen für jeweils 4 Stunden zur Verfügung, die getrocknete Lebensmittel produzieren wollen.

    Die Computerkurse werden derzeit fortgesetzt für Jugendliche, die einen Teilnehmerbeitrag leisten können.

    Dies war das erste Drittel oder erste Semester der Barfuß-Berufsschule. Wenn wir weitere Semester fördern können wird wesentlich mehr positive Wirkung möglich sein.

     

    Schlussfolgerungen

    Das Projekt konnte alle Ziele erreichen. Natürlich ist klar, dass nach vier Monaten keine abschließenden Aussagen gemacht werden, ob durch dieses erste Projekt alle Frauen persönlich eine Verbesserung ihrer Lebenssituation haben. Doch erste Voraussetzungen dafür sind geschaffen worden. Mit den verhältnismäßig geringen finanziellen Mitteln konnten über 100 Frauen fortgebildet werden, d.h. pro Teilnehmerin ungefähr 100€ Zuschuß. Die mitwirkenden Organisationen und ihre Mitarbeiter haben bei sehr geringen Gehältern mit ihrem Engagement Großartiges geleistet. Diese jungen Ausbilder die zum Teil in Uvira gemeinsam zur Schule gingen, sind daran interessiert, dass sich die Situation insbesondere besonders armer Frauen verbessert und haben dazu einen wichtigen Beitrag geleistet.

    Künftig wird berücksichtig werden müssen, dass für einige Aktivitäten eine Kapitalhilfe nötig ist, damit die ärmsten Teilnehmerinnen auch ihren Kleinhandel und ihre Produktion mit getrockneten Früchten, Fischen oder mit Lorena-Lehmöfen gründen können. Dazu eignen sich ganz besonders rotierende Mikrokredite, die künftig mit eingeplant werden müssten. Die Grundlagen dafür sind gelegt, da sich fast alle Frauen in 15er Gruppen genossenschaftlich organisiert haben, sodaß die jeweilige Gruppe einen solchen Mikrokredit bekommen könnte. Wir werden solche Maßnahmen ergänzend einplanen müssen. Mit 100$ Investitionsmittel kann eine Frau in einem Monat einen durchaus befriedigenden Umsatz haben und den Kredit zurückzahlen und gleichzeitig eine Summe für weitere Investitionsmittel haben, dazu einen Gewinn als Einkommen für die Familie.

    Besonders eindrucksvoll sind die Berichte über die Exkursionen in die benachbarten Dörfer und die Diskussionen mit der dortigen Bevölkerung, die offensichtlich sehr offensiv von den Teilnehmern der Kurse geführt worden sind.

    Eigentliche Aufforstungsdetails und Baumschulen konnten nicht vermittelt bzw. angelegt werden, dafür stand in der Trockenzeit der Kampf gegen Buschfeuer im Vordergrund.

    Bei den beiden geplanten Folgeprojekten wird geprüft werden müssen, welche Aktivitäten wiederholt werden können (sicherlich die Alphabetisierung) und welche neu hinzukommen (geplant sind Näherei und Imkerei).

    Zwar hatten die Gruppen schon vorher kleinere Projekte zu unserer Zufriedenheit abgerechnet, doch der formale Rahmen dieses Projektes mit BMZ-Geldern war schon ein größerer Schritt, den wir von Düsseldorf aus während der gesamten Laufzeit begleitet haben.

    Sehr hilfreich war, dass die Excel-Datei mit dem Teil C, dem finanziellen Bericht auf französisch zur Verfügung gestellt werden konnte, sodaß dieser Finanzbericht gemeinsam mit den Partnern zusammengestellt werden konnte.